Hollerblütensirup: Selber machen oder kaufen?
Mitte Juni, wenn der Holler blüht und die Berge zur Sonnwend in Flammen aufgehen — dann gehört ein Glas Hollerblütensirup mit kaltem Bergwasser auf den Tisch. Die Frage ist nur: selbst machen oder fertig kaufen?
Selbermachen — ein Nachmittag, vier Tage Geduld
Wer ernten will, muss früh raus. Hollerblüten pflückt man am besten vor Mittag, wenn die Dolden voll aufgeblüht sind und der Duft am stärksten sitzt — ideal rund um den 21. Juni. 20 Blütendolden reichen für einen guten Ansatz.
Das Rezept:
- 20 Blütendolden (frisch gepflückt, Juni-Ernte, vor Mittag pflücken)
- 1 kg Zucker
- 1 l Wasser
- 2 Zitronen — Saft und Schale
Zucker im heißen Wasser auflösen, auskühlen lassen. Blütendolden und Zitronenscheiben einlegen, 4 Tage ziehen lassen. Abseihen, kurz aufkochen, in saubere Flaschen füllen. Aufwand: ein Nachmittag plus die Ziehzeit.
Das Ergebnis ist unverwechselbar — blumig, frisch, mit einer leichten Zitrusnote. Wer einmal selbstgemachten Hollerblütensirup auf der Zunge hatte, weiß: das ist kein Trend, sondern Brauch.
Kaufen — fertig, verlässlich, aus dem Zillertal
Nicht immer blüht der Holler gerade dann, wenn man Zeit hat. Oder man wohnt zu weit weg von einem guten Strauch. Der Hollerblüten Sirup aus dem Zillertal ist eine ehrliche Kauf-Alternative: handwerklich hergestellt, geöffnet hält er rund sechs Wochen im Kühlschrank.
Geschmacklich hält er mit dem Selbstgemachten mit — wenn die Blüten zur richtigen Zeit geerntet wurden, sitzt auch die Aromatiefe. Für alle, die das Holunderblütensirup-Rezept kennen, aber den Sommer schon verpasst haben: hier ist die Abkürzung.
Zur Sonnwend-Jausn: 1:6 mit Bergwasser
Ob selbst gemacht oder aus der Flasche — die Mischung bleibt gleich: 1 Teil Sirup, 6 Teile kaltes Bergwasser. Das ist die alkoholfreie Antwort auf das Stamperl, wenn die Herz-Jesu-Feuer auf den Berghängen brennen.
Wer noch fahren muss oder ohne Alkohol feiert: Hollerblütensirup ist das richtige Glas für diese Nacht. Die vollständige Jausn — was noch auf den Tisch kommt — findet sich auf der Sonnwend-Jausn-Rezeptkarte.
Selbermachen lohnt sich, wenn der Holler gerade blüht und der Nachmittag frei ist. Kaufen lohnt sich, wenn beides nicht passt — und trotzdem ein g'schmackiger Hollerblütensirup auf den Sonnwend-Tisch soll.
