Holundersaft & Co: Sommer-Drinks zur Brettljause
Wenn die Sonne brennt und die Jausn draußen stattfindet, wird Bier schnell zu schwer. Zu fettig der Abgang, zu sättigend das Gefühl. Was dann? Drei handgemachte Sirupe aus Tiroler Früchten, aufgespritzt oder mit Wasser — leicht, g'schmackig, und erstaunlich gut abgestimmt auf Käse und Speck.
Mehr zur Brettljause als Sommer-Alternative zum Grill gibt's in unserem Haupt-Artikel zur Sommer-Brettljause.
Hollerblüten-Sirup: Das leichteste der drei
Hollerblüten blühen kurz — nur ein paar Wochen im Frühsommer. Was danach in der Flasche steckt, ist echter Duft: florale Süße mit einer feinen herben Note, kein Aroma-Wasser. Aufgespritzt mit Sodawasser und ein paar Minzblättern ergibt das den Drink, der neben einem milden Heublumenkäse nicht kämpft, sondern begleitet.

Mischverhältnis: 1 Teil Sirup, 5 Teile Sodawasser — eisgekühlt. Wer es für Erwachsene ausbaut: ein Schluck trockener Weißwein rein, ein Grüner Veltliner zum Beispiel, und aus dem Hollerblüten-Spritz wird ein echter Sommer-Aperitif zur Marend.
Heidelbeer-Sirup gespritzt: Die dunkle Schorle
Heidelbeeren aus dem Tiroler Bergland — kleiner, aromatischer als Zuchtware. Der Sirup davon ist tiefdunkelblau, fast schwarz im Glas, und schmeckt nach echten Beeren: leicht herb, fruchtsäuerlich im Abgang. Mit Sodawasser aufgespritzt entsteht eine Farbe, die allein schon Programm ist.

Die Säure der Heidelbeere macht den Unterschied zum Bergkäse: Ein würziger Bergkäse mit zwei bis drei Monaten Reifezeit braucht etwas Fruchtiges gegenüber — die Schorle bricht die Schwere, ohne zu dominieren. Auch hier: 1:5, mit Eis. Wer mag, kann einen Zweig Thymian statt Minze dazugeben.
Für die Käseauswahl lohnt sich ein Blick in den Artikel Vegetarische Brettljause: Bergkäse-Vielfalt.
Preiselbeer-Sirup "Grantnwassal": Für die kräftige Runde
Der Name sagt es: Preiselbeer-Sirup heißt bei uns im Zillertal auch "Grantnwassal" — das Wasser der Granten, also der Preiselbeeren. Er ist herb, waldig, mit einer Adstringenz, die man sonst eher aus Rotwein kennt. Zu einem kräftigen Schmugglerkas oder einem guten Speck vom Berg ist das die richtige Gegenüberstellung.
Kein Süß-Wasser-Pendant, sondern ein echter Kontrapunkt: Die Säure der Preiselbeere schneidet durch das Fett des Specks, der Abgang bleibt frisch. Mischverhältnis wie gehabt — 1:5, aber hier ist stilles Wasser oft die bessere Wahl als Sprudel. Die Kohlensäure übertönt sonst die feine Herbheit.
Für Erwachsene: ein kräftiger Rosé statt Wasser, und aus dem "Grantnwassal" wird ein ernsthafter Begleiter zur großen Jausn-Runde.
Handgemacht — das ist der Unterschied
Was diese drei Sirupe verbindet: Sie werden aus echten Früchten gemacht, nicht aus Aromastoffen und Farbmitteln. Das schmeckt man. Die Farbe ist nicht immer perfekt gleichmäßig, der Geschmack variiert leicht von Charge zu Charge — genau wie bei Käse und Speck aus kleiner Produktion.
Das sind keine Fläschchen für den Abstellraum, die drei Jahre warten. Die gehören in den Sommer, auf den Tisch, ins Glas.
Für den Transport zur Picknick-Jausn — wie man Sirup, Käse und Speck kühl hält — gibt's praktische Tipps im Artikel Brettljause-Picknick: Transport und Kühlkette.
