Speck und Wurst für die Marend: die Auswahl

Speck und Wurst für die Marend: die Auswahl - TIROLISH

Speck und Wurst für die Marend: die Auswahl

Vier Stücke, ein Brett. Was die Metzgerei Kammerlander aus Kaltenbach im Zillertal auf eine Marend legt, braucht keine Erklärung — aber eine kurze Einführung schadet nicht.

Tiroler Käse- und Speck-Sortiment auf Holzbrett mit Verpackung und Broschüre.

Karreespeck: der feinste Schnitt auf dem Brett

Karreespeck kommt vom Rücken — dem magersten Teil. Bei Kammerlander wird er so dünn aufgeschnitten, dass die Scheiben fast durchscheinend sind. Hält man sie gegen das Licht, sieht man die zarte Maserung. Auf dem Brett legt er sich hauchfein und weich; der Gaumen spürt zuerst das Fett, das kaum eines ist, dann die Würze der langen Reifezeit.

Wichtig: Karreespeck aufs Brett legen und mindestens 20 Minuten auf Zimmertemperatur warten. Kalt schmeckt er nach Kühlschrank — nicht nach Handwerk.

Bauchspeck: der Gegensatz dazu

Bauchspeck ist das Gegenteil von fein. Er ist kräftig durchzogen, durchwachsen, mit deutlich mehr Fettanteil. Kammerlander schneidet ihn in Stifte — kurze, kompakte Stücke, die man in einem Biss hat. Der Geschmack ist intensiver, salziger, fleischiger. Wer mag, legt ihn neben den Karreespeck: der Kontrast ist gewollt und gut.

Kaminwurzen: mit Tannenholz geselcht

Die Kaminwurzen von Kammerlander ist mit Tannenholz geräuchert. Das gibt ihr den rauchig-harzigen Ton, den man in der Nase hat, bevor sie überhaupt auf der Zunge liegt. Aufgeschnitten in 3 mm dünne Scheiben zeigt sie den festen, tiefroten Querschnitt — außen die dunkle Räucherhaut, innen gleichmäßig fein. Für die Brettljause ein unverzichtbarer Anker: Sie gibt dem Brett Tiefe, ohne andere Aromen zu übertönen.

Tiroler Spezialitäten-Auswahl mit Käse, Speck, Wurst und Honig auf Holztisch mit Verpackungsbox

Zillertaler Jausenwurst: in der Scheibe

Die Zillertaler Jausenwurst kommt in dickeren Scheiben — 4 bis 5 mm sind richtig. Dünner, und sie verliert ihre Textur; dicker, und sie dominiert. Die Schnittfläche ist feinkörnig und gleichmäßig; der Geschmack rund, mild gewürzt, mit dem typischen Charakter einer handwerklich gemachten Kochwurst. Sie ist der zugänglichste Teil des Bretts — für alle, die beim Speck zögern.

Mengen und Temperatur: zwei Dinge, die zählen

80 g pro Person, Gesamtgewicht aller vier Sorten. Das klingt wenig, reicht aber mit Brot, Käse und Aufstrichen vollständig für eine Marend. Mehr führt zu dem Gefühl, man habe eine Hauptmahlzeit zu sich genommen — das ist nicht die Idee.

Temperatur ist die zweithäufigste Fehlerquelle nach schlechter Ware: Speck und Wurst direkt aus dem Kühlschrank riechen und schmecken gedämpft. 20 Minuten bei Zimmertemperatur, fertig.

Wie das Brett danach aufgebaut wird — Anordnung, Abstände, was zuerst greifbar sein sollte — beschreibt unser Marend-Brett-Aufbau-Guide. Und wer für mehr als vier Personen plant, findet im Artikel zum Skalieren für Gäste konkrete Mengenangaben.

Mehr über die Marend als Tradition und was sonst noch dazugehört, steht in unserem Haupt-Artikel zur Tiroler Jausn.